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Mittwoch, 5. Juli 2017

Mutterkörper: The Body of life

16   M O N T H S   - postpartum 

16 months after my twin pregnancy.  30 kilograms get and lost in the shortest time. My mother´s body has made three children and two births. An caesarean section, excess skin, pregnancy strips and muscles that have pulled apart, rektusdiastase. That´s me. The miracle of life. The body of life. - schrieb ich gestern auf Instagram. 

Wenn ich mich im Spiegel betrachte, sehe ich eine Frau die dreifaches Leben geschaffen hat. Die Überschüssige Haut, die Kaiserschnittnarbe stört mich nicht auch nicht die Schwangerschaftsstreifen oder dass der Bauch nicht mehr fest ist, sondern sehr weich, warm, anschmiegsam und kuschlig. Einzig und allein die Rektusdiastase (die mittleren Bauchmuskeln haben sich während der Zwillingsschwangerschaft auseinandergezogen, dazwischen ist ein Loch/Spalt) stört mich sehr oft. Man kann sich dies nicht vorstellen, wenn man es selbst nicht hat. Die Bauchmuskeln sind so weit auseinander, dass der Bauch ziemlich weit nach vorne rausschaut, eine ganze Zeit lang zeichneten sich Organe von mir ab und man sieht heute noch wenn ich etwas gegessen habe durch die Wölbung des Darms, nimmt der Bauch stark an Volumen an. Wenn ich auf dem Rücken liege sieht man den Spalt sehr deutlich und die Überschüssige Haut zieht sich in diesen Spalt hinein, beim anspannen der Bauchmuskeln sowieso. Aber der Rest ist Liebe. 

Nach dem ersten Kind sah mein Körper innerhalb kürzester Zeit wieder genauso aus wie vor der Schwangerschaft, wenige sehr helle Dehnungsstreifen am Bauch die man kaum sah, aber sonst sah man mir nicht an das ich bereits Mutter bin. Ich bin soweit zufrieden mit meinem Körper nach drei Kindern. Überwindung hat es mich nicht gekostet mich auf den Bildern zu zeigen, schwerer fällt es mir im Schwimmbad doch trotz dessen oder gerade weil ich drei Kinder geboren habe zeige ich mich im Bikini. Ja, die Blicke anderer Mütter verunsichern mich oft und ich sehe auch die flachen, kaum ersichtlich, wunderschön und perfekten anderen Mutterbäuche doch wenn ich dann an mir herunterblicke denke ich - mein Bauch ist ebenfalls genauso wunderschön! Anders aber genauso schön. Ich trage ihn mit Stolz. Verändert hat sich das ich nicht mehr allzu gerne enge Oberteile trage, einfach weil der Bauch aufgrund der Rektusdiastase sich immer nach vorne wölbt und abzeichnet. Mein Mutterkörper ist nicht mehr ganz so straff und fest wie er vor den drei Kindern war aber das muss er auch nicht. Ich bin keine 22 Jahre mehr. Ich war nie trainiert oder muskulös aber immer sehr sehr schlank und ohne jenes Fettpölsterchen. Ja, wahrscheinlich hatte ich einen dieser Körper von dem die meisten Frauen träumen und Größe XS aber mich störte dies sehr oft. Mein Körper damals verunsicherte mich. Heute fühle ich mich ganz wohl in Größe 34 und traue mich endlich auch kurze Hosen zu tragen. Mein gesamtes Körpergefühl hat sich mit und durch meine drei Kinder positiv verändert und der Mann liebte meinen Mutterbauch lange bevor ich ihn lieben gelernt habe. 


Das ist mein Mutterkörper 16 Monate nach meiner Zwillingsschwangerschaft. 30 Kilogramm nahm ich während der Schwangerschaft zu und innerhalb kürzester Zeit auch wieder ab. Der Bauch dehnte sich extrem und wieder zurück - zurück blieb viel Überschüssige Haut, Dehnung- und Schwangerschaftsstreifen, eine Kaiserschnittnarbe, Muskeln die sich auseinandergezogen haben und bis heute nicht wieder an Ort und Stelle sind, auch Rektusdiastase genannt. Mein Mutterkörper hat drei Kinder gemacht und zwei Geburten vollbracht. Er hat Höchstleistungen vollbracht und dafür bin ich dankbar. Wahnsinn, wenn man sich dies vorstellt und jetzt die Bilder bzw. meinen Mutterbauch betrachtet. In mir entstand Leben. In mir entstand Wunder und das sieht man meinem Körper auch an. Das Zusätzliche Gewicht welches ich in der Schwangerschaft zunahm verschwand schnell, wahrscheinlich auch zu einem Großteil aufgrund des Stillens, was blieb ist ein Mutterbauch der Leben in sich trug und so viel Liebe. 
Das bin ich, das ist mein Körper. Das Wunder des Lebens!

Alles liebe Verena 

Montag, 12. Juni 2017

30

30   L e b e n s j a h r e



Wenn ich auf die letzten Jahre zurück blicke, was ich sehr oft mache um mein bisheriges Leben manchmal noch ein zweites Mal Revue geschehen zu lassen, empfinde und spüre ich eine tiefe Dankbarkeit und Freude in mir. Viel habe ich erlebt und durchmachen müssen, viel habe ich gelernt, aufgearbeitet was lange verdrängt wurde, ich wuchs an mir, fand zu mir und bin heute der Mensch der ich bin. Nicht zuletzt weil ich diese Vergangenheit hinter mir habe und all die Erfahrungen machen konnte, positiv wie negativ.  Eine schwere Krankheit hat mich zu einem anderen Menschen werden lassen - einer der die kleinsten Dinge im Leben wertschätzt und genießt, einer der die einfachsten Dinge liebt und sich darin verliert, gerne das und mein Glück mit anderen teilt, ein Mensch der das Leben liebt. Weils früher anders war, weils früher kein Leben war! Weils viele Lebensjahre brauchte um dies zu erkennen und zu ändern. 

Dankbar, dass der Mann zur rechten Zeit kam, in mein Leben tritt - der mich liebte für die die ich bin und noch immer liebt, obwohl ich nicht immer nett bin. Der erste Mann der aus uns eine Familie machen wollte und die wurden wir. Eine Familie. Drei bezaubernde Jungs, hätte mir damals jemand gesagt das ich mit 30 Jahren 3-fache Mutter bin den hätte ich vermutlich für verrückt erklärt. Ich wusste schon als Kind das ich irgendwann Kinder haben möchte, wusste aber auch das es wahrscheinlich nicht so sein wird da ich große Angst vor Geburten hatte. Große Angst davor ein eigenes Kind zu bekommen, richtige Panik sogar. Doch als ich meinen Mann kennen lernte wusste ich es sofort, mit dem Mann will ich eine Familie werden. 

Drei Kinder übertreffen für mich all meine Erwartungen. Ich hatte ja keine Ahnung wie atemberaubend, lebendig, befreiend, liebend, wie einmalig das Leben sein kann mit Kindern, mit meinen Kindern. Kinder zu haben ist für mich der größte Segen überhaupt. Es ist ein Wunder, jedes Kind ein neues welches die Welt der Eltern auf den Kopf stellt, im positivem Sinne. Ein einziges Wort beschreibt für mich genau dies alles, mein Leben mit 30 Jahren -

G l ü c k s e l i g k e i t . 

Dankbar, einfach für das alles hier, für euch 4! Für meine Familie.

Ich bin angekommen bei und in meiner Mitte, bin ein zufriedener, glücklicher Mensch geworden, authentisch, natürlich, ehrlich, aufrichtig und geerdet. 

30 Lebensjahre liegen jetzt hinter mir, ein nicht ganz einfacher Lebensweg, mit schwierigen Lebensabschnitten, drei Kinder, ein Leben auf dem Land und ganz ehrlich -
das schönste was ich je in meinem Leben gemacht habe sind meine drei Kinder.

Ich bin gespannt auf alles was noch kommen mag und freue mich darauf.

Verena

Freitag, 12. Mai 2017

Wann bist du so groß geworden



Wann bist du so groß geworden mein kleiner Junge?

Du bist seit der Geburt deiner Brüder so verdammt schnell gewachsen, noch selbstständiger und selbstbewusster geworden und hast auch uns ein Stück weit mehr losgelassen. Du hast dich selbstbestimmt abgestillt mit 26 Monaten und schliefst plötzlich durch, einfach so, von einen auf den anderen Tag und seither jede Nacht - damit hast die Brust frei für deine kleinen Babybrüder gemacht. Was war ich erschöpft damals dich jede Nacht seit deiner Geburt im 2-3 Stunden Rhythmus gestillt zu haben und plötzlich gab es das einfach nicht mehr. Mit dem abstillen hast du auch mehr gegessen, zwar bist du noch immer kein großer Esser aber Lebensmittel waren dann deine erste Wahl und ich stillte dich nicht mehr (fast) voll. Ich hab mir so sehr den Kopf zerbrochen wie ich drei Kinder stillen solle aber du nahmst mir einfach die Entscheidung ab. Du entschiedest für mich.
Du bist nicht mehr so kuschlig wie damals, sondern ein kleiner Rowdy geworden aber noch immer sehr herzlich und liebend. Du warst auf einmal nicht mehr nur Mamakind, sondern konntest auch ohne mich ,nur mit deinem Vater, Dinge machen und hattest auch Spaß dabei. Das gefiel mir sehr und auch deinem Vater, es tat euch gut alleine Zeit miteinander zu verbringen auch wenn es lange dauerte. Das "klammern" lies los und du wurdest so frei - das gefiel mir ganz besonders. An manchen Tagen vergesse ich durch all das hier wie klein du eigentlich noch bist und behandle dich oft schon wie ein größeres Kind - weil du so sehr an dir gewachsen bist und auch ich an dir gewachsen bin als Mutter. Du warst es der mich zur Mama machte und ich bin so unfassbar stolz auf dich. Wenn ich dich im Umgang mit deinen Brüdern sehe geht mir jedes Mal das Herz auf. Du liebst deine Brüder abgöttisch seit dem ersten Tag und für dich gehörten sie sofort dazu. Es gab nie Probleme wie "Entthronung des Erstgeborenen" oder Eifersucht, du hast nie geklammert oder mich nicht teilen wollen - es war für dich ganz selbstverständlich das nun zwei Brüder bei uns sind, deine Brüder und sie gehörten dazu, immer. Du glaubst gar nicht was für ein riesen Fels uns Eltern damit vom Herzen gefallen ist. Wie viel unbegründete Sorgen wir uns machten, wie viel Ängste wir hatten und auch nicht loslassen konnten und wollten, uns nicht richtig zu Beginn auf deine beiden Brüder einlassen konnten, weil wir uns selbst im Weg standen - gedanklich. Dabei war das alles nur in unseren beiden Köpfen, bei deinem Vater und auch bei mir, aber bei dir keine Spur davon was auch uns begreifen lies. Was auch uns einlassen lies. Komplett, mit vollem Herzen. Wir mussten uns erst an das Leben zu fünft gewöhnen, uns einlassen, lernen, es auf uns zukommen lassen und wir wuchsen mit jedem Tag in dieses Leben herein. Aber du, du warst es direkt. Du bist unfassbar. Manchmal weis ich gar nicht womit ich dich verdient habe. Du hast unsere kleine Welt damals zu einer besseren gemacht und uns von Beginn den Start ins zweifach/dreifach Elterndasein so sehr erleichtert. Du bist ein unkompliziertes, charakterstarkes, willen starkes, herzliches kleines Kind. Wir haben wirklich Glück mit dir. 
Du bist toll so wie du bist mein kleiner großer Junge, bleib so wie du bist. Bleib du. Wachse. Ich freue mich dir beim wachsen zu zusehen und dich begleiten zu dürfen auf diesem Weg.
Ich liebe dich.

Deine Mama

Dienstag, 25. April 2017

Mutterschaft: Vom Abschalten

Ich sitze in der Badewanne, darin, alleine ohne meine drei Kinder. Das letzte Mal ist etwa 4 Monate her und das einzige woran ich denke sind meine To-Do-Listen die ich im Kopf durchgehe. Während ich meine eigens mir gesetzten Listen im Geiste durchgehe, rasiere ich mich und tippe wie wild auf meinem Handy rum - WhatsApp, Facebook, Instagram. Ich beantworte Fragen, schreibe mit Freunden und rasiere mich noch dabei. Während ich das hier alles gleichzeitig tue ärgere ich mich bereits darüber überhaupt mein Handy mit ins Bad genommen zu haben - der Plan war entspannen, abschalten, zur Ruhe kommen, mein Plan war gescheitert wie so oft, nein wie immer. Immer.

Abschalten, ja das ist ein sehr großes Problem bei mir - seit ich Mutter geworden bin!


Wisst Ihr was ich wirklich verlernt habe vor 4 Jahren als ich Mutter wurde? Abzuschalten und zwar komplett - nur bei mir zu sein, alles andere sein zu lassen! Der Kopf kann nicht, der Körper auch nicht. Ich kann es nicht mehr - seit ich Kinder habe. Ich konnte es aber Mal - bevor ich Kinder hatte und zwar wirklich gut. Ich war die Queen im Abschalten. Ich konnte stundenlang auf der Blumenwiese liegen und Wolkenbilder betrachten, oder in der Sonne liegen mich sonnen, ich konnte durch die Natur laufen ohne Handy in der Hand, im Bett liegen und schlafen, am Esstisch sitzen und in Ruhe meinen Kaffee auf trinken oder im Cafe´ sitzen und Leute beobachten. Ich konnte Minuten oder stundenlang einfach dasitzen und Nichtstun, war dabei auch noch glücklich. Ich konnte abschalten und den gerade stattfindenden Moment für mich selbst genießen, ohne von anderen Dingen abgelenkt zu sein oder Gedanken daran zu verschwenden was ich noch alles wann zu tun habe, oder daran zu denken woran ich noch denken muss, oder daran zu denken wie viel Zeit mir noch bleibt um diese Dinge zu erledigen was mich noch mehr stresste.

Ich habe es verlernt als ich Mutter wurde.


Ich kann es nicht mehr. Ich komme nicht mehr zur Ruhe, kann nicht mehr abschalten seit ich Mutter bin. Das lustige daran ist, dass es klappt, wenn die Kinder bei mir sind. Wenn meine drei Jungs bei mir und wir beispielsweise in der Natur sind, klappt es meist und auch im Familienalltag gelingt es mir öfters für einen kurzen Moment, wenn er sich ergibt, abzuschalten. Das ist dann beispielsweise eine kurze Kaffeepause, wenn ich sehe die drei Kinder spielen miteinander, dann lehne ich die Tür an und trinke meinen Kaffee, ganz in Ruhe.

Wenn die Kinder nicht bei mir sind, gelingt es mir nicht abzuschalten.


Sobald meine Kinder nicht bei mir sind, ich alleine bin, klappt es nicht mehr. Ich kann es einfach nicht und bin ständig in Gedanken daran was ich noch alles zu erledigen habe. Ich rotiere ständig und steh nie still. Ich kreise um mich selbst herum, meine Gedanken kreisen immer. Immer. 

Das meiste ist Kopfsache - wenn ich den zum Abschalten bekommen würde, könnte ich vermutlich selbst abschalten.


Der Druck den ich mir selbst mache, die Aufgaben die ich mir selbst gebe und die am Ende des Tages erledigt sein sollen, das ist es was mich einfach davon abhält abzuschalten. Die Gedanken kreisen umher und an Ruhe ist einfach nicht zu denken. Mein Körper kann so nicht zur Ruhe gelangen.

Mit jedem weiteren Kind wurde es schlimmer.


Mit Kind zwei und drei wurden auch die Ruhepausen im Alltag weniger, seltener, ganz logisch. Im Familienalltag versuche ich kurze Momente einzuräumen und auch bewusst so zu nehmen wie sie sind, dabei nur bei mir zu sein ohne anderes gleichzeitig zu machen. Wenn ich also die Zwillinge Tandemstille versuche ich kurz die Augen zu schließen um abzuschalten. Doch wie gesagt, ohne Kinder gelingt es mir persönlich bisher nicht. Nicht mehr. Weil ich es schlichtweg verlernt habe, mich vielleicht zu sehr daran gewöhnt habe mehrere Dinge gleichzeitig zu machen. Kurze Momente gibt es immer Mal wieder aber ich bin nicht mehr in der Lage in den Zustand des Abschaltens zu gelangen in dem ich mich befand, bevor ich Kinder hatte!

Ich möchte dies wieder erlernen. Möchte mir und meinem Körper wieder ermöglichen zu entspannen und versuche im Familienalltag und auch besonders ohne Kinder wieder dahin zu gelangen. Zur Entspannung des Körpers. Meinem Körper. Zu mir.


"Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen" - Astrid Lindgren  


Wie ist das denn bei Euch, wie entspannt Ihr am besten? Oder habt Ihr es auch verlernt wie ich?

Verena