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Freitag, 12. Mai 2017

Wann bist du so groß geworden



Wann bist du so groß geworden mein kleiner Junge?

Du bist seit der Geburt deiner Brüder so verdammt schnell gewachsen, noch selbstständiger und selbstbewusster geworden und hast auch uns ein Stück weit mehr losgelassen. Du hast dich selbstbestimmt abgestillt mit 26 Monaten und schliefst plötzlich durch, einfach so, von einen auf den anderen Tag und seither jede Nacht - damit hast die Brust frei für deine kleinen Babybrüder gemacht. Was war ich erschöpft damals dich jede Nacht seit deiner Geburt im 2-3 Stunden Rhythmus gestillt zu haben und plötzlich gab es das einfach nicht mehr. Mit dem abstillen hast du auch mehr gegessen, zwar bist du noch immer kein großer Esser aber Lebensmittel waren dann deine erste Wahl und ich stillte dich nicht mehr (fast) voll. Ich hab mir so sehr den Kopf zerbrochen wie ich drei Kinder stillen solle aber du nahmst mir einfach die Entscheidung ab. Du entschiedest für mich.
Du bist nicht mehr so kuschlig wie damals, sondern ein kleiner Rowdy geworden aber noch immer sehr herzlich und liebend. Du warst auf einmal nicht mehr nur Mamakind, sondern konntest auch ohne mich ,nur mit deinem Vater, Dinge machen und hattest auch Spaß dabei. Das gefiel mir sehr und auch deinem Vater, es tat euch gut alleine Zeit miteinander zu verbringen auch wenn es lange dauerte. Das "klammern" lies los und du wurdest so frei - das gefiel mir ganz besonders. An manchen Tagen vergesse ich durch all das hier wie klein du eigentlich noch bist und behandle dich oft schon wie ein größeres Kind - weil du so sehr an dir gewachsen bist und auch ich an dir gewachsen bin als Mutter. Du warst es der mich zur Mama machte und ich bin so unfassbar stolz auf dich. Wenn ich dich im Umgang mit deinen Brüdern sehe geht mir jedes Mal das Herz auf. Du liebst deine Brüder abgöttisch seit dem ersten Tag und für dich gehörten sie sofort dazu. Es gab nie Probleme wie "Entthronung des Erstgeborenen" oder Eifersucht, du hast nie geklammert oder mich nicht teilen wollen - es war für dich ganz selbstverständlich das nun zwei Brüder bei uns sind, deine Brüder und sie gehörten dazu, immer. Du glaubst gar nicht was für ein riesen Fels uns Eltern damit vom Herzen gefallen ist. Wie viel unbegründete Sorgen wir uns machten, wie viel Ängste wir hatten und auch nicht loslassen konnten und wollten, uns nicht richtig zu Beginn auf deine beiden Brüder einlassen konnten, weil wir uns selbst im Weg standen - gedanklich. Dabei war das alles nur in unseren beiden Köpfen, bei deinem Vater und auch bei mir, aber bei dir keine Spur davon was auch uns begreifen lies. Was auch uns einlassen lies. Komplett, mit vollem Herzen. Wir mussten uns erst an das Leben zu fünft gewöhnen, uns einlassen, lernen, es auf uns zukommen lassen und wir wuchsen mit jedem Tag in dieses Leben herein. Aber du, du warst es direkt. Du bist unfassbar. Manchmal weis ich gar nicht womit ich dich verdient habe. Du hast unsere kleine Welt damals zu einer besseren gemacht und uns von Beginn den Start ins zweifach/dreifach Elterndasein so sehr erleichtert. Du bist ein unkompliziertes, charakterstarkes, willen starkes, herzliches kleines Kind. Wir haben wirklich Glück mit dir. 
Du bist toll so wie du bist mein kleiner großer Junge, bleib so wie du bist. Bleib du. Wachse. Ich freue mich dir beim wachsen zu zusehen und dich begleiten zu dürfen auf diesem Weg.
Ich liebe dich.

Deine Mama

Dienstag, 25. April 2017

Mutterschaft: Vom Abschalten

Ich sitze in der Badewanne, darin, alleine ohne meine drei Kinder. Das letzte Mal ist etwa 4 Monate her und das einzige woran ich denke sind meine To-Do-Listen die ich im Kopf durchgehe. Während ich meine eigens mir gesetzten Listen im Geiste durchgehe, rasiere ich mich und tippe wie wild auf meinem Handy rum - WhatsApp, Facebook, Instagram. Ich beantworte Fragen, schreibe mit Freunden und rasiere mich noch dabei. Während ich das hier alles gleichzeitig tue ärgere ich mich bereits darüber überhaupt mein Handy mit ins Bad genommen zu haben - der Plan war entspannen, abschalten, zur Ruhe kommen, mein Plan war gescheitert wie so oft, nein wie immer. Immer.

Abschalten, ja das ist ein sehr großes Problem bei mir - seit ich Mutter geworden bin!


Wisst Ihr was ich wirklich verlernt habe vor 4 Jahren als ich Mutter wurde? Abzuschalten und zwar komplett - nur bei mir zu sein, alles andere sein zu lassen! Der Kopf kann nicht, der Körper auch nicht. Ich kann es nicht mehr - seit ich Kinder habe. Ich konnte es aber Mal - bevor ich Kinder hatte und zwar wirklich gut. Ich war die Queen im Abschalten. Ich konnte stundenlang auf der Blumenwiese liegen und Wolkenbilder betrachten, oder in der Sonne liegen mich sonnen, ich konnte durch die Natur laufen ohne Handy in der Hand, im Bett liegen und schlafen, am Esstisch sitzen und in Ruhe meinen Kaffee auf trinken oder im Cafe´ sitzen und Leute beobachten. Ich konnte Minuten oder stundenlang einfach dasitzen und Nichtstun, war dabei auch noch glücklich. Ich konnte abschalten und den gerade stattfindenden Moment für mich selbst genießen, ohne von anderen Dingen abgelenkt zu sein oder Gedanken daran zu verschwenden was ich noch alles wann zu tun habe, oder daran zu denken woran ich noch denken muss, oder daran zu denken wie viel Zeit mir noch bleibt um diese Dinge zu erledigen was mich noch mehr stresste.

Ich habe es verlernt als ich Mutter wurde.


Ich kann es nicht mehr. Ich komme nicht mehr zur Ruhe, kann nicht mehr abschalten seit ich Mutter bin. Das lustige daran ist, dass es klappt, wenn die Kinder bei mir sind. Wenn meine drei Jungs bei mir und wir beispielsweise in der Natur sind, klappt es meist und auch im Familienalltag gelingt es mir öfters für einen kurzen Moment, wenn er sich ergibt, abzuschalten. Das ist dann beispielsweise eine kurze Kaffeepause, wenn ich sehe die drei Kinder spielen miteinander, dann lehne ich die Tür an und trinke meinen Kaffee, ganz in Ruhe.

Wenn die Kinder nicht bei mir sind, gelingt es mir nicht abzuschalten.


Sobald meine Kinder nicht bei mir sind, ich alleine bin, klappt es nicht mehr. Ich kann es einfach nicht und bin ständig in Gedanken daran was ich noch alles zu erledigen habe. Ich rotiere ständig und steh nie still. Ich kreise um mich selbst herum, meine Gedanken kreisen immer. Immer. 

Das meiste ist Kopfsache - wenn ich den zum Abschalten bekommen würde, könnte ich vermutlich selbst abschalten.


Der Druck den ich mir selbst mache, die Aufgaben die ich mir selbst gebe und die am Ende des Tages erledigt sein sollen, das ist es was mich einfach davon abhält abzuschalten. Die Gedanken kreisen umher und an Ruhe ist einfach nicht zu denken. Mein Körper kann so nicht zur Ruhe gelangen.

Mit jedem weiteren Kind wurde es schlimmer.


Mit Kind zwei und drei wurden auch die Ruhepausen im Alltag weniger, seltener, ganz logisch. Im Familienalltag versuche ich kurze Momente einzuräumen und auch bewusst so zu nehmen wie sie sind, dabei nur bei mir zu sein ohne anderes gleichzeitig zu machen. Wenn ich also die Zwillinge Tandemstille versuche ich kurz die Augen zu schließen um abzuschalten. Doch wie gesagt, ohne Kinder gelingt es mir persönlich bisher nicht. Nicht mehr. Weil ich es schlichtweg verlernt habe, mich vielleicht zu sehr daran gewöhnt habe mehrere Dinge gleichzeitig zu machen. Kurze Momente gibt es immer Mal wieder aber ich bin nicht mehr in der Lage in den Zustand des Abschaltens zu gelangen in dem ich mich befand, bevor ich Kinder hatte!

Ich möchte dies wieder erlernen. Möchte mir und meinem Körper wieder ermöglichen zu entspannen und versuche im Familienalltag und auch besonders ohne Kinder wieder dahin zu gelangen. Zur Entspannung des Körpers. Meinem Körper. Zu mir.


"Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen" - Astrid Lindgren  


Wie ist das denn bei Euch, wie entspannt Ihr am besten? Oder habt Ihr es auch verlernt wie ich?

Verena

Donnerstag, 13. April 2017

Déjà-vu

Ich sitze mit einem Zwilling barfuß auf der Wiese, die Sonnenstrahlen durch den wunderschön blühenden Apfelbaum auf uns hindurch strahlend und herrlich duftend, uns wärmend - wir beide unterm Apfelbaum. Dieser Duft von Frühling liegt in der Luft und unseren Nasen. Es ist Dein zweiter Frühling und für mich fühlt er sich jedes Jahr wie neu an. Um uns herum duftet es herrlich nach Apfel und Birnenblüten - ein so mir bekannter Geruch, ein so mir vertrauter Geruch, genau wie die Situation in der wir beide uns gerade befinden mir eine so bekannte ist. Ich liege mit meinem zweiten Kind, zum ersten Mal, unter einer der Apfelbäume im neuen Garten und habe ein Déjà-vu. Der Ort ist gleich und doch ein anderer Garten, der Obstbaum trägt keine Birnen, sondern Äpfel, der Geruch ist gleich, die Situation ist gleich. Wir beide liegend unterm Apfelbaum und ich Dich in den Schlaf stillend, unter dem rauschen der Blüten, im Sonnenlicht - alles ist identisch, nur ein anderer Sohn. Mein Drittgeborener Sohn. Zwillinge. 





Ich erlebe in diesem Moment einer der Momente den man als "Erste Mal Momente" mit einem Kind bezeichnet. Einen erste Mal Moment mit dem zweiten Kind - unterm Baum liegend stillen und den Moment genießend - der sich anfühlt und auch genauso viel Zauber in sich trägt wie der erste Mal Moment damals mit dem Erstgeborenen den ich hier beschrieb http://stillzwerg.blogspot.de/2015/05/welch-ein-segendas-alles-aber-vor-allem.html . Zauberhaft, magisch, einmalig, wundervoll und ich bin in dem Moment in Gedanken bei meinem Drittgeborenen und gleichzeitig gedanklich bei dem Moment damals mit dem Erstgeborenen. Ich erlebe ein Déjà-vu - befinde mich gedanklich, gleichzeitig in zwei Momenten. An Wunder absolut nicht zu überbieten und es überkommt mich ein wärmendes, geborgenes, tief glücklich machendes Gefühl. Es ist perfekt der eben stattfindende Moment.

Wie Du da liegst - mein Drittgeborener - vor mir liegend, Dich komplett an mich heran pressend, den Körperkontakt zu mir suchend und meine Brust suchend. Deine kleinen Hände suchen ihre Energie wie Du zeitgleich von ihr trinkst. Meine Muttermilch. Deine kleinen Äuglein versuchen tief in den Schlaf zu befördern und ich Deine schmatzenden Geräusche wahrnehme. Deine kleine Hand halte und Dir über den Kopf streichle, bis Du schließlich tief und feste in den Schlaf gefallen bist, meine Hand aus Deiner los lässt genau wie meine Brust. Da liegst Du jetzt, vor mir, selig schlafend und mit einem tief zufriedenen Gesichtsausdruck und vollem Magen - unterm Apfelbaum mit mir. Die Sonnenstrahlen scheinen etwas durch die Blüten hindurch, ich höre die Vögel zwitschern, der Himmel ist frei von Wolken und ich genieße die Stille um uns herum und genau diesen einen Moment. Einen erste Mal Moment mit meinem Drittgeborenen Sohn. Ich erfreue mich daran und speichere ihn tief in mir ab. Ich sehe Dir noch etwas beim Schlaf zu und beobachte Dich bis ich aufstehe um zu Deinem Zwillingsbruder zu gehen.



Mein zweitgeborner Zwilling war die ganze Zeit in unserer Nähe, in Deiner Nähe, unter einem anderen Baum spielend. Er, völlig anders als Du was den Garten angeht saß da in der Wiese. In einer Hand ein kleiner Stock und mit der anderen Hand Blumen von der Wiese pflückend. Um Dich nicht aufzuwecken nahm ich ihn mit nach hinten in den Garten zu Eurem großen Bruder und Vater. Wir sind das erste Mal im neuen Garten, verrichten die ersten Gartenarbeiten, graben das Gewächshaus um und genießen den Tag. Als ich Dich nach hinten auf den Weg gesetzt habe ,mein Zweitgeborener, bist Du sofort mit einem großen Stock in der Hand zum Gemüsebeet gekrabbelt und hast uns wie Wir am Arbeiten waren nachgeahmt, so getan als wäre der Stock Dein Gartenwerkzeug - Dein Rechen und Du der Gärtner. Zack, und wieder erlebe ich ein Déjà-vu das mich im gleichen Moment an zwei unterschiedliche Erlebnisse denken lässt. Meine Erinnerungen mit dem Erstgeborenen Sohn und der jetzt stattfindende völlig identische Moment mit meinem Zweitgeborenen Sohn - mit Dir. Verrückt denke ich, wie das Leben so spielt, wie viele Gegebenheiten völlig identisch sind und doch ist dieser Moment real - nur das Kind ist ein anderer. 





Wie Du da stehst ,mein zweitgeborner Sohn, mit Deinem Stock in der Hand haltend und Richtung Sonne zeigend, das vergnügte Geräusch das Du von Dir gibst, wenn Du Vögel über Deinen Kopf fliegend siehst. Dein kleiner Zeigefinger den Du immer Richtung Sonne hebst und laut "Da" rufend, Fliegen und Hummeln versuchst zu fangen. Du völlig durchdrehst vor Freude, wenn Du Tiere siehst, oder Blumen, Erde, Sand oder Stöcke. Deine Augen glänzen, Du quietschst und lachst und klatschst in Deine Hände vor Freude. Keine 30 Sekunden später stehst Du Barfuß im Beet, geerdet, wild und frei, in Deinem Element - der Natur. In der Erde mit Deinen klitzekleinen Kinderhänden buddelnd und so tun als hättest Du nie etwas Anderes getan - als genau das hier. Schon immer. Immer. Wild, wunderbar und frei. Ein Déjà-vu. 

Zwei vollkommen unterschiedliche Momente, mit unterschiedlichen Kindern - meinen Zwillingen und doch auf ihre Art identisch mit ihrem großen Bruder, damals. Alles passt, alles ist gleich. Ort, Geruch, Geräusche, Momente, die Situationen sind dieselben. Ein Déjà-vu und noch ein Déjà-vu. Zwei "Erste Mal Momente" an einem Tag, hintereinander stattfindend, mit unterschiedlichen Kindern. Real und auch surreal, phantastisch, magisch, einmalig.

Wie geht es Euch mit dem zweiten oder dritten Kind und solchen identisch-erlebten-Momenten? Habt Ihr ähnliches erlebt? Ich bin gespannt. 

Dankbar, für all das hier und bereits oft erlebt.

Verena

Donnerstag, 6. April 2017

Liebe - Alles Wirken geschieht aus Ihr

"Ich glaube, dass Erziehung Liebe zum Ziel hat" - Astrid Lindgren

Aufrichtige, bedingungslose Liebe - Immer.
Unsere Kinder lieben Uns ab der ersten Sekunde völlig bedingungslos. Sie vertrauen blind auf Uns, geben sich Uns hin. Wir sind Ihr Universum und Sie Unseres. Dieser Urinstinkt lässt Unsere Kinder immer wissen das Wir Sie beschützen komme was will - Sie sind Unser Leben auf das Wir Acht geben müssen und das Wir besser behüten müssen als Unser eigenes. Immer.

Als Mein erster Sohn Mich zur Mutter machte stand für Mich fest, ich brauche keine Erziehungsratgeber, keine Erziehungslektüren, keine Blogs die Mir vorschreiben wie ich Mein eigenes Kind zu bedienen habe und es benötigt auch keine "Erziehungsart" die Mir vorgibt wie Kinder erzogen werden oder nicht. Alles Handeln, Mein gesamtes Handeln und Wirken geschah von Beginn Meiner Mutterschaft aus Meiner Liebe heraus. Meine Liebe lenkte Mein Handeln, Meine Elternschaft, Meine Mutterschaft, Mich - Immer. 



Diese einzige Bedingung die ich Mir selbst als Mutter und an Meine Mutterschaft stellte war  - dass ich möchte, dass Meine Kinder sich geliebt fühlen und das Gefühl von Liebe weitergeben können - Immer.  Diese einzige Bedingung lenkt Mein gesamtes Handeln, Meine Mutterschaft, Mich.

Alles geschieht aus der Liebe heraus und Nähe wirkt sich positiv auf Kinder aus. So begann ich intuitiv Meine Kinder zu stillen, tragen und in Meinem Bett schlafen zu lassen - ab der ersten Sekunde bis heute. Weil es sich für Unsere Familie richtig anfühlte und dies Unser eigener Weg ist. Weil man Seine Kinder nicht mit genug Nähe erdrücken kann, Sie aber welken können wenn Sie zu wenig bekommen. Kinder sind wie kleine Blumen die das Licht zum Leben benötigen, genau wie die Nähe die immer Geborgenheit schafft.

Kinder die sich geliebt fühlen - können diese erhaltene Liebe irgendwann zurückgeben, sie weitergeben, sie selbst verspüren. 

Liebe - Alles wirken geschieht aus Ihr.

Eure Euch immer aufrichtige, mit vollem Herzen liebende 
M a m a .