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Montag, 11. Mai 2015

Welch ein Segen.Das Alles aber vor allem - Mein Kind.

Der Tag beginnt mit sommerlichen 18°C. Die Luft ist warm und duftet herrlich nach Sommer und noch so viel mehr. Morgens geweckt von dem kitzeln der Sonne an der Nasenspitze, aufgewacht, fertig gemacht und das Picknick auf das Feld verlegt. Frühstücken in der Sonne, umgeben von Weizen- Zuckerrüben- und Mais-Feldern die zu wachsen beginnen. Umgeben von Pferden, Kühen, Feldhasen - das ist das Landleben mit all seinen Facetten. Nach einem ausgiebigen Spaziergang wieder angelangt zu Hause, im großen Garten. Die Katzen raus gelassen in die Sonne, das Radio angestellt, der Kaffee läuft bereits durch und die Reismilch wartet auf den heißen Kaffee, die Stühle in den Sonnenplatz gestellt, den Sandkasten aufgedeckt, noch schnell etwas frisches Obst zurecht schneiden. Der Sohn spielt bereits im Garten und schiebt seinen Rasenmäher quer durch die Wiese und die Gemüsebeete, schmeißt die Gummistiefel hin und rennt weiter Barfuß durch den Löwenzahn und die Gänseblümchen. Pflückt ein Gänseblümchen nach dem anderen, manchmal landen welche in seinem Mund oder zum riechen an der kleinen Kindernase. Der Kaffee ist fertig. Ich schnapp mir den Obstteller und laufe zu meinem Sohn in den Garten. Breite eine Decke für uns aus inmitten der Wiese, unter dem Birnenbaum. Der umwerfende Duft der Blüten des Apfelbaumes steigt in unsere Nasen, die Blätter rascheln, die Sonne scheint etwas durch den Birnenbaum hindurch zu uns auf die Decke. Einfach nur da sitzen, auf der Wiese und der Stille lauschen. Gekicher auf meiner linken Seite von meinem Sohn, der gerade dabei versucht ist auf meinen Rücken zu klettern. Wir spielen, wir kuscheln, wir umarmen uns. Stille und Gekicher - sonst nichts. Zeit vergeht. Der Sohn reibt sich die müden kleinen Kinderäuglein, nimmt sich seinen Affen zur Brust und drückt ihn ganz feste an sich. "Mama Nacht" sagt er, was so viel bedeutet wie er ist jetzt müde und möchte schlafen. Kaum ausgesprochen, legt er sich samt Affen auf den Bauch und zieht mich an sich heran. Seine kleinen Kinderhände schieben sich unter mein Shirt und suchen meine Brust. Er trinkt von meiner Milch, umarmt dabei feste seinen Affen und gleichzeitig mich. Dieser verliebt, verträumte Blick von ihm erwärmt mein Herz und lässt mich seufzen. Ich streichle über seinen Kopf, durch seine langen gelockten hellblonden Haare. Seine Augen werden schwerer, das Schlucken und der Atem wird langsamer. Ich nehme seinen Duft in mich auf, dieser bekannte Geruch von ihm der mich glücklich sein lässt und mit keinem anderen vergleichbar ist. Der einzigartige Geruch meines Kindes. Ich halte seine kleine Kinderhand und küsse liebevoll seine Stirn - während ich seine Seele nähre. Mit jeder Mahlzeit nähre ich nicht nur seinen Körper sondern auch seine Seele. Jeder Tropfen meiner Milch lässt ihn tiefer in den Schlaf fallen bis er schließlich ablässt und mit einem breiten grinsen und einem friedvoll zufriedenem Gesicht eingeschlafen ist. Welch wundervolle Gabe der Natur, das mich befähigt mein Kind durch meinen Körper in den Schlaf zu befördern, auf ganz natürliche Weise. Ich bleibe noch etwas liegen bei ihm und setze mich dann in die Sonne. Diese Zeit, in der er nun friedlich vor sich hin träumt nutze ich um selbst etwas für mich zutun - auch wenn es nur das genießen der warmen Sonne auf meinem Körper ist. 




Da liegt er nun mein kleiner Sohn und schläft unter Freiem Himmel, wie er es bereits letztes Jahr fast täglich tat. Den Vögeln und Fröschen beim träumen lauschen, umgeben von Bienen, Käfern, Fliegen, unserer Katzen und noch viel mehr Insekten. Er liegt im Schatten des Birnenbaumes und von der durchdringenden Sonne und der frischen warmen Landluft geküsst. Die Blätter rascheln, die Vögel singen, das Kind atmet leise. Die Schwalben fliegen über unser Hausdach und zeigen prächtiges Wetter an durch ihr Flugverhalten. Die Arme mit welchen er sich Dunkelheit verschafft und Beine ausgestreckt, umklammern liebevoll seinen Affen. Lange liegt er dort und schlummert vor sich hin, bis ich sehe wie er vollkommen torkelnd beinahe noch "schlafend wirkend" aber mit offenen Augen auf mich zu kommt. "Hallo Mama" ruft mir noch sein aller schönstes Lächeln zuwirft , sich seinen Rasenmäher schnappt und erneut die Wiese mäht. Als hätte er quasi nicht geschlafen und müsse seine Arbeit zuende erledigen. Das Torkeln gleicht wieder normalen Schritten. Hellwach und gut gelaunt versinkt er wieder in sein Spiel und Tun - erfreut sich an der Natur und ich mich mit ihm. 
Welch ein Segen. Das Alles. Aber vor allem - Mein Kind.  

Verena 


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